Photo: Allgemeine Zeitung, photoagenten/Balzarin vom 9. Dezember 2014

Von Christian Mayer

THEATER Gundheimer Heimatverein bringt Stück von Erich Koch auf die Bühne / Viel Beifall fürs Happy End

GUNDHEIM - Ein ereignisreiches Theaterwochenende hat der Gundheimer Heimatverein hinter sich. „Ein Engel auf Bewährung“, so heißt das diesjährige Stück, das die Akteure des Vereins in den letzten sechs Monaten einstudiert haben.

Die Geschichte von Autor Erich Koch spielt – passenderweise – in einem streng katholischen Dorf und beginnt mit der Trauerfeier von Hans Maurer. Doch irgendwie ist keiner so recht traurig, weder seine Mutter Magda (Astrid Gamradt) noch Gattin Emma (Iris Pfeffer) noch Töchterlein Gabi (Rebecca Schall). Ausnutzen will Hans Maurers Tod der reiche Willi Schmuser (Heinz Gröger, Newcomer in der Gruppe), der sich als „Rettungsengel“ inszenieren will, um sich Emma Maurers Gunst zu erkaufen.

Der steht nämlich das Wasser bis zum Hals. Weder sie noch Opa Emil (Thomas Marhöfer) haben genug finanzielle Ressourcen, den Betrieb des Hofes nach Hans Maurers Tod aufrechtzuerhalten. Einen dramatischen Wendepunkt erfährt das Stück in dem Moment, in dem der vermeintlich Tote (Lothar Maier, langjähriges Mitglied der Theatergruppe) hinter der Ehefrau steht. Für Trubel sorgen außerdem Bernd Schmuser (Klaus-Peter Blum), der hinter Gabi Maurer her ist, und Hilda Raffke (Uta Gröger).

Seit 1983 finden die Theateraufführungen des Heimatvereins regelmäßig statt. „Angefangen hat alles mit einem kurzen Schauspiel im Rahmen des Altennachmittags“, erzählte Udo Oelgeschläger. „Aus dem Einakter wurde irgendwann aufgrund des großen Erfolgs ein Dreiakter und so hat sich das immer weiter entwickelt.“

Wegen der Sanierung der Gundheimer Turnhalle gab es eine Unterbrechung von vier Jahren. 2012 hat die Theaterabteilung des Vereins ihre Arbeit wieder aufgenommen. „Wir wissen, dass wir das Thema immer anpassen müssen“, so Oelgeschläger, der besonders Astrid Gamradt als Leiterin der Theaterabteilung mit ihrem guten Gespür für Geschichten hervorhebt. Letztes Jahr stand der Schwank „Rambazamba am Lido Makkaroni“ auf dem Spielplan.

Im August haben die Proben für das jetzige Stück begonnen. „Erst einmal pro Woche, dann zweimal und zuletzt sogar dreimal“, schilderte Oelgeschläger die Strapazen für die Darsteller auf der Bühne. „Mit der Resonanz sind wir absolut zufrieden“, freute sich der Vorsitzende, „wir waren noch nie so schnell ausverkauft wie in diesem Jahr.“

Und auch auf der Bühne feiert man schlussendlich natürlich ein Happy End: Alle Liebenden bekommen einander, der Saal klatscht Beifall nach etwas mehr als zwei Stunden Herzschmerz und großer Beanspruchung der Lachmuskeln. Chapeau vor der Leistung von Melitta Merkel und Astrid Gamradt, die für die Regie verantwortlich zeichneten.